Ihr Herz in guten Händen

Seit Herbst 2021 können wir Ihnen einen zweiten Herzkatheter zur Verfügung stellen. Natürlich bleiben Sie als unser Patient weiterhin im Mittelpunkt der Behandlung. Im Rahmen des zweiten Labors konnten wir die Sektion Elektrophysiologie eröffnen.

Im Mai 2022 eröffnen wir unseren dritten Herzkatheter in Pegnitz, um auch in der Region Bayreuth für Sie verfügbar zu werden.

Bei der Arbeit im Herzkatheterlabor stehen für uns vor allem zwei Dinge im Mittelpunkt: Die Gesundheit des Patienten und die Qualität der Untersuchung. Wir wollen Ihnen eine optimale Behandlung aus einer Hand anbieten und können diese ambulant durchführen. Auch bieten wir Ihnen die FFR Messung von Stenosen ambulant gemäß dem GBA Beschluss von 30.11.2017 an - eine stationäre Aufnahme, wie in Kliniken üblich, ist nicht notwendig.

Alle invasiven Eingriffe führen wir über die Armarterie in 4F (1,3mm) durch, so dass Sie eine Stunde nach dem Eingriff wieder nach Hause gehen können. Sie können selbst mit dem Auto zur Untersuchung kommen und zurückfahren.

Bitte beachten Sie: Die Anfahrt und Rücktransport per Taxi muss Ihre Krankenkasse seit Januar 2017 übernehmen. Somit können wir Ihnen einen kompletten Service von Anfang bis Ende auf höchstem medizinischem Niveau anbieten.

Der Katheter ist ein dünner, biegsamer Schlauch, der vorsichtig durch die Blutbahn ins Herz eingeführt wird.

Eine Herzkatheteruntersuchung bringt diagnostische Erkenntnisse, die durch andere Untersuchungsmethoden nicht zu erlangen sind. Die Herzkatheteruntersuchung ermöglicht ein genaues Bild vom Zustand der Herzkranzgefäße (Koronararterien) und den Herzkammern. Des Weiteren können Informationen über Engstellen der Herzkranzgefäße, die Pumpfunktion der Herzkammer und über andere Erkrankungen oder Entzündungen des Herzmuskels oder des Herzbeutels erhalten werden.

Auch vor geplanten herzchirurgischen Eingriffen, wie zum Beispiel einer Bypass-Operation, führen wir Herzkatheter Untersuchungen durch.

Die Linksherzkatheter- Untersuchung wird mit großem Abstand am häufigsten bei uns durchgeführt, um die Herzkranzgefäße sichtbar zu machen. Bei den Linksherzkatheter-Untersuchungen haben sich die Zugänge über die Arterien im Handgelenk oder in seltenen Fällen in der Leistengegend und der Ellenbeuge bewährt.
Nachdem früher der überwiegende Teil der Herzkatheteruntersuchungen über den Leistenzugang erfolgte, ist mittlerweile die Handgelenksarterie die erste Wahl. Wissenschaftliche Auswertungen zeigen, dass das Risiko vor allem von nach Blutungen bei diesem Zugang geringer ist.

Zunächst kontrollieren wir, dass in der Zugangsregion keine lokalen Infektionen vorliegen. Dann wird die Stelle steril vorbereitet und mit einem Lochtuch abgeklebt. Nach einer lokalen Betäubung über eine sehr dünne Injektionsnadel folgte ein Stich in die Arterie mit einer etwas dickere Nadel, durch die ein dünner flexibler Draht in die Arterie eingeführt wird.

Über den Draht bringen die Kardiologen einen etwa 10 cm langen und 2mm dünnen Kunststoffschlauch, die so genannte Schleuse, ein. Diese Schleuse verfügt über ein integriertes Ventil, welches verhindert, dass Blut austritt, wenn der Katheter im Laufe der Untersuchung gewechselt werden muss.

Unter Durchleuchtungskontrolle (Röntgenkontrolle) führen wir den eigentlichen Herzkatheter über einen flexiblen, weichen Führungsdraht in das Blutgefäß ein. Das Einführen des Katheters selbst verursacht keinerlei Schmerzen, weil die Blutgefäße an ihrer Innenseite keine Schmerz leitenden Nerven aufweisen.

Bei allen Linksherzkatheter Untersuchung stellen die Kardiologen die Herzkranzarterien mittels Kontrastmittel dar. Diese Methode nennt der Mediziner Angiographie. Die Kontrastmittel basieren meist auf Jod-Substanzen und ersetzen für kurze Zeit den Blutfluss. Um die Kontrastmittel zügig ein spritzen zu können, entfernt der Kardiologe zuvor den Führungsdraht aus dem Katheter.

WICHTIG: Teilen sie uns mit, wenn Sie an einer Kontrastmittelallergie leiden!

Während die Kontrastmittel die Koronararterien durchfließen, können unsere Kardiologen mögliche Engstellen oder Verschlüsse erkennen und durch Röntgenaufnahmen festhalten.

Obwohl sich andere radiologische Verfahren, in den letzten Jahren stark weiterentwickelt haben, können diese Verengungen an den Herzkranzgefäßen nach wie vor ausschließlich durch die Corona Angiographie während einer Herzkatheteruntersuchung verlässlich beurteilt werden.

Wenn die Herzkatheteruntersuchung abgeschlossen ist, wird die Einstichstelle mittels eines Druckverbandes verschlossen. Nur diejenigen Patienten, bei denen wir Gefäße an der Leiste als Zugang gewählt haben, müssen dann noch einige Stunden liegen und sollten in den nächsten Tagen nichts Schweres heben. Auch sollten Sie circa eine Woche weder ein Bad nehmen noch Wasser lange einwirken lassen. Kurzes duschen ist ohne weiteres möglich.

Die reinen Herzkatheteruntersuchungen, bei denen auch die Herzkranzgefäße mittels Kontrastmittel untersucht werden (Koronarangiographie), dauern in der Regel unter 20 Minuten. Müssen wir Engstellen behandeln, dann kann dieser Eingriff unter Umständen auch über eine Stunde benötigen.

Wenn wir die Herzkatheteruntersuchung ohne angeschlossene Behandlung durchführen, können viele Patienten nach wenigen Stunden heim gehen. Manche Patienten behalten wir über Nacht zur Überwachung in der Klinik, vor allem wenn kritische Begleiter wie eine Niereninsuffizienz vorliegen. Patienten, die während des Eingriffs einen oder mehrere Stents erhalten haben, bleiben in der Regel mindestens einen weiteren Tag in der Klinik.

Die Herzkatheteruntersuchung, die rein aus diagnostischen Zwecken erfolgt, gilt als ausgesprochen sicheres Verfahren. Während der gesamten Untersuchung wird permanent der Herzrhythmus (via EKG) und die Sauerstoffsättigung des Blutes beobachtet. Ernste Komplikationen treten selten auf. Denkbar sind Blutergüsse an den Einstichstellen, denen wir durch sorgfältig angelegte Druckverbände und Vorsichtsmaßnahmen vorbeugen. Allergische Reaktionen auf ein gespritztes Kontrastmittel werden durch Medikamente rasch und effektiv behandelt. In extrem seltenen Fällen können Blutgefäße verletzt werden. Auch dass sich ein Blutgerinnsel löst und einen Gefäßverschluss, beispielsweise in Lunge oder Gehirn verursacht ist äußerst selten.

Für all diese seltenen Zwischenfälle existieren fertig ausgearbeitete Notfallpläne. Unsere gut geschulten Kardiologen ebenso wie die Pflegekräfte sind auf solche Notsituation vorbereitet.

Wichtig ist, dass Sie mindestens drei Stunden vor der Untersuchung keine größeren Mahlzeiten zu sich nehmen. Ein Kaffee und ein Brot zum Frühstück sind erlaubt.

Bitte halten Sie sich zu Hause rechtzeitig bereit da es möglich sein kann, dass Sie telefonisch kontaktiert werden, falls sich Ihr Termin nach vorne oder hinten verschiebt. Denken Sie an Ihre Krankenversicherungskarte, Impf – und/oder Genesen-Nachweis der nicht älter als drei Monate alt sein darf, mitzubringen.
Zusätzlich benötigen wir einen Nachweis über einen PCR-Test der nicht älter als 48 Stunden bei Ungeimpften und einen Antigen-Schnellstest bei Geimpften oder Genesenen, der nicht älter als 24 Stunden sein darf.

Falls es zu einer Stentimplantation kommen sollte, benötigen Sie für Ihren kurzen Klinikaufenthalt eine kleine Tasche mit Ihrem täglichen Bedarf. Bitte vereinbaren Sie bei Ihrer Entlassung aus dem Herzkatheterlabor Ihren Gesprächstermin, bei dem die Untersuchung ausführlich nachbesprochen wird. Ebenfalls bekommen Sie wenn notwendig ein Rezept oder weitere Unterlagen und Informationen über das weitere Vorgehen mit.

Die zuvor beschriebene Herzkatheteruntersuchung ermöglicht eine sich gleich anschließende Behandlung der Engstelle in den Koronararterien. Die Koronararterien werden mittels Ballon geweitet (Ballondilatation) und durch Gefäßstützen (Stents), die durch den Trägerballon an die Gefäßwand gepresst werden, stabilisiert und dauerhaft offen gehalten. Viele Stents, die wir einsetzen, setzen nach und nach Medikamente frei, um mögliche Gewebewucherungen zu vermeiden und somit den wiederhergestellten Gefäßquerschnitt zu erhalten.
Ein Stent ist eine Gefäßstütze aus Metall oder Kunstfasern, die in Gefäße eingesetzt wird, um sie zu stützen und offen zu halten. Meistens handelt es sich um ein röhrenförmiges, kleines Gittergerüst.

Das Akut-Ergebnis kann so entscheidend verbessert werden, ebenso sinkt die Komplikationsrate.

Ein möglichst optimaler Primärerfolg ist ein entscheidendes Kriterium für einen guten Langzeit-Verlauf. Die so genannte Restenose-Rate, also Rezidive mit erneuter Ausbildung von Stenosen an der gleichen Stelle (diese entstehen durch überschießendes Wachstum der Gefäßinnenhaut bei der Abheilung und durch Vernarbung innerhalb eines Zeitraums von 1 bis 6 Monaten), die u.U. eine erneute Dilatation erfordern, konnte so deutlich reduziert werden.

Wir verwenden drei Arten von Stents. Diese werden je nach Art der Engstelle gewählt.

1. Drug Eluting Stent (DES, beschichteter Metall-Stent)
Hier verwenden wir ausschließlich die neueste Generation von metallbeschichteten Stents mit denen eine Duale Thrombozytenaggregationshemmung (Doppelte Verdünnung) von nur einem Monat möglich ist. Ältere Stents brauchen 6-12 Monate.

2. Self expanding Stent (selbstexandierender Stent)
Diese Stents sind gekennzeichnet, dass sie bis zu 30 Tage selbstständig nachdilatieren können. Dadurch werden optimale Apposition (anliegen an der Gefäßwand) erreicht. Technisch schwieriger zu implantieren als DES Stents, aber mit sehr guten Ergebnissen.

3. Bioresorbable Stent (selbstauflösender Stent)
Die neuste Generation von Stents kann sich selbst nach 6-24 Monaten auflösen. Bei isolierten einzelnen Stenosen können diese Stents eingesetzt werden. Langzeituntersuchungen sind aktuell noch sehr limitiert.

Chronisch verschlossene Gefäße sind bisher oft ein Grund für eine Bypassoperation gewesen. Durch die Fortentwicklung der Techniken und Materialien, können heute durch moderne Techniken jahrelang verschlossene Gefäße wiedereröffnet werden (Rekanalisation).

Durch Verwendung von Material und Techniken aus Japan können wir Ihnen anbieten chronisch verschlossene Gefäße mit einer guten Erfolgschance wiederzueröffnen.

Hierfür haben wir seit Jahren ein festes CTO (Wiedereröffnung von chronisch verschlossenen Herzkranzgefäßen) in dem der komplette Ablauf eingespielt ist. Unsere aktuelle Wiedereröffnungsrate der letzten drei Jahre beträgt durchschnittlich mehr als 85 Prozent.

Hierzu führen wir vor jedem Eingriff eine Vitalitätsdiagnostik am Herzen durch. Dadurch soll gewährleistet werden, dass nur Wiedereröffnungen an vitalem Gewebe durchgeführt werden.

Ca. acht Prozent der „akuten Infarkte“ beruhen auf chronisch verschlossenen Gefäßen, die nicht interventionell versorgt wurden.

Mittels „Shockwave“-Katheter können wir Ihnen eine neue Methode zur Behandlung von verkalkten Gefäßen anbieten.

Diese Methode wird bereits seit Jahrzehnten z.B. an der Niere angewandt – für das Herz ist sie erst seit ein paar Jahren im Einsatz.

Mittels Stoßwellen werden beim „Shockwave“-Verfahren die durch Kalk verengten Herz-Gefäße wieder frei.

Durch einen Katheter wird ein Ballon zu den betroffenen Stellen im Herzen gebracht. Durch die Stoßwellen brechen verkalkte Verengungen auf, am Ende wird das Gefäß mit einem Stent stabilisiert und das Blut kann wieder fließen.

Im Ballon befinden sich Ultraschall-Kristalle, die durch die elektrische Energie angeregt werden und diese an die verkalkten Ablagerungen weitergeben und zum Bersten bringen. Diese Prozedur dauert in der Regel nur wenige Minuten und ist nicht schmerzhaft für den Patienten.

Teamwork ist nicht nur ein Schlagwort. Oft kann eine Bypassoperation durch einen kombinierten Hybrideingriff für den Patienten erleichtert werden. Hierbei kann ein Gefäß (meistens die rechte Herzkranzarterie) vom interventionellen Kardiologen versorgt werden. Im Anschluss kann dann die linke Herzkranzarterie minimal invasiv operiert werden. Dadurch muss der Brustkorb nicht mehr vollständig eröffnet werden. Oft kann auch auf einen künstlichen Herzstillstand verzichtet werden.

Gerne können wir das Vorgehen mit Ihrem Herzchirurgen abstimmen und durchführen. Die Vorteile beider Therapieoptionen werden hierdurch kombiniert.

Mit der interventionellen renalen Sympathikusdenervation, kurz renale Denervation, steht ein neues und vielversprechendes minimal-invasives Verfahren zur Behandlung von Patienten mit medikamentös nicht einstellbaren Bluthochdruckerkrankungen zur Verfügung.

Dabei werden gezielt Stressnervenenden verödet, um eine Senkung des Blutdrucks zu erreichen.

Diese kann auch für Patienten verwendet werden, die keine Medikamente einnehmen wollen (HTN On OFF Studie).

Für weitere Informationen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Bei Schwindel, Leistungseinschränkung oder gar Bewusstlosigkeiten kann ein Schrittmacher eine sinnvolle Therapieoption sein.

Zur Vermeidung des plötzlichen Herztods und zur Therapie der Herzschwäche kann ein interner Defibrillator (ICD) nötig werden.

Gerne können wir nach ausführlicher Prüfung der Sinnhaftigkeit in unseren Praxen eine Operation in unserem eigenen Herzkatheterlabor durchführen.

Die Vorbereitung und Nachsorge erfolgen vollständig ambulant in unseren Praxen.

Auf Wunsch können wir ambulante Kardioversionen (elektrisch und medikamentös) durchführen. Hierfür haben wir einen ambulanten Überwachungsbereich für Sie eingerichtet, in dem wir diesen Eingriff durchführen können.

Nach einer TEE Untersuchung zum Ausschluss von Thromben - wenn Sie keine Blutverdünnung länger als drei Wochen eingenommen haben - kann die Kardioversion durchgeführt werden.

Nach einer ausreichenden Überwachung können Sie am gleichen Tag die Klinik wieder verlassen.

In unserem Überwachungsbereich können wir gerne ambulante TEE Untersuchungen für Sie durchführen.

Nach einer kleinen Narkose wird die Untersuchung durchgeführt. Sie dauert ca. 5-10 Minuten - je nach Fragestellung.

Im Anschluss werden Sie ausreichend überwacht und anschließend können Sie unsere Praxis wieder verlassen.

Bei Wunsch bekommen Sie gerne alle Bilder auf ihren USB-Stick mit.